Fertige Einheit · B-Jugend
Athletik trifft Zweikampf
B-Jugend · 90 Minuten · Thema: Athletik als Baustein
Athletik gehört ab der B ins Training, hier verzahnt mit dem Zweikampf: Stützzirkel mit dem eigenen Gewicht, Tempodribbling mit Doppelaktion, Duelle unter Ermüdung und ein Intervallspiel mit Stabilisationsstation. Zusatzlast gibt es erst in der A.
Ablauf der Einheit
| Zeit | Trainingsteil | Übung | Dauer |
|---|---|---|---|
| 0–10 | Ankommen | Aktivierung mit Ball und Schulterblick | 10 min |
| 10–20 | Schwerpunkt | Stützzirkel zu zweit | 10 min |
| 20–35 | Schwerpunkt | Tempodribbling mit Doppelaktion | 15 min |
| 35–50 | Spielformen | Zweikämpfe unter Ermüdung | 15 min |
| 50–70 | Spielformen | Intervallspiel mit Stabilisationsstation | 20 min |
| 70–90 | Abschlussspiel | Freies Abschlussspiel | 20 min |
Material: 8 Hütchen · 8 Leibchen · 4 Minitore · 1 großes Tor · 2 Stangen · ein Ball je Kind · 4 Markierteller
Warum so aufgebaut
In der B wird Athletik zum eigenständigen Baustein, aber ausschließlich mit Eigengewicht; darum ersetzt der Stützzirkel den Kraftzirkel, und das Intervallspiel verbindet Belastung mit Rumpfarbeit. Jede Athletikform ist an eine Fußballaktion gekoppelt, weil isolierte Kraftarbeit in diesem Alter weder motiviert noch Vorrang vor der Technik hat.
Weniger oder mehr Kinder: Unter 12: Intervallspiel 3 gegen 3 mit einer Gruppe an der Station, Abschluss 5 gegen 5 auf Minitore. Über 16: fünf Dribbelbahnen, Intervallspiel als 4 gegen 4 (Variante).
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Diese Einheit wird in der App zum Plan mit Timer: jeder Block tauschbar, jede Zeit anpassbar, am Platz Block für Block geführt.
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Die Übungen im Einzelnen
1. Aktivierung mit Ball und Schulterblick
Körper und Kopf gleichzeitig hochfahren: Bewegungsvorbereitung mit Ball statt trockener Lauf-ABC-Reihen.
Aufbau
- Quadrat von etwa 24 × 16 Metern mit vier Hütchen abstecken.
- An jeder Seite ein Markierteller in einer eigenen Farbe als Ziel.
Ablauf
- Erste Minuten: freies Dribbeln im Raum, dazwischen kurze Einlagen aus dem Lauf-ABC (Anfersen, Kniehebelauf, Seitgalopp), höchstens 20 Sekunden am Stück.
- Dann Signalphase: Du rufst eine Farbe, alle dribbeln im Tempo zum passenden Markierteller und lösen sich wieder.
- Steigerung: Du hebst die Farbe nur hoch, statt sie anzusagen. Wer nicht schaut, sieht es nicht.
- Letzte Runde mit Zuspiel: Ball zum Partner, Annahme mit dem gegnerfernen Fuß in die freie Richtung, weiter im Raum.
„Ball an den Fuß, Kopf hoch. Wir fahren nicht nur die Beine hoch, sondern auch die Augen: Ich zeige eine Farbe, ihr müsst sie sehen, nicht hören. Wer beim Dribbeln nur auf den Ball schaut, ist zu spät.“
Darauf achtest du: Schulterblick einfordern, bevor die Richtung gewechselt wird, nicht danach. Lauf-ABC bewusst kurz halten: Es aktiviert, es ist kein eigener Block. Tempo über die Signale steuern statt über Ansagen zur Intensität.
2. Stützzirkel zu zweit
Umbau: Das Quadrat bleibt, Paare verteilen sich mit einem Ball, drei Stationen ansagen: Unterarmstütz mit Handklatschen, Seitstütz, Standwaage mit Zuspiel. Erst nach der Aktivierung, nie als erster Block.
Rumpf und Beinachse stabilisieren: die Grundlage, auf der Zweikampf und Schnelligkeit erst sicher werden.
Aufbau
- Paare verteilen sich frei, je Paar ein Ball.
- Drei Stationen ansagen oder auf Hütchenkarten zeigen.
Ablauf
- Station 1: Beide im Unterarmstütz gegenüber, abwechselnd mit der rechten und linken Hand abklatschen, 30 Sekunden.
- Station 2: Seitstütz, der Partner rollt den Ball an, mit der freien Hand zurückspielen, 20 Sekunden je Seite.
- Station 3: Einbeinige Standwaage, der Partner wirft den Ball zu, Rückgabe per Innenseite aus der Waage, 10 Zuspiele je Bein.
- Zwei Durchgänge, zwischen den Stationen 20 Sekunden lockeres Gehen.
„Drei Stationen zu zweit, alles mit dem eigenen Körpergewicht. Die Regel an jeder Station: Der Körper bleibt ein Brett. Wenn die Hüfte durchhängt, ist die Wiederholung verschenkt. Lieber kürzer und sauber.“
Darauf achtest du: Hüfte bleibt in einer Linie mit Schulter und Ferse, Absinken sofort korrigieren. Individuell dosieren: Wer im Wachstumsschub steckt, macht kürzere Intervalle, keine Wettkampfzeiten. Ausschließlich Eigengewicht. Zusatzlast hat hier auch in der A-Jugend nichts verloren.
3. Tempodribbling mit Doppelaktion
Umbau: Bahnen aufbauen: Startkegel, Stange nach acht Metern, Gegenspieler nach weiteren acht, dahinter zwei Hütchentore. Vier Bahnen für 16, höchstens vier je Bahn inklusive Gegenspieler.
Dribbeltechnik bei Wettkampftempo halten und die zweite Aktion nicht abreißen lassen.
Aufbau
- Startkegel, nach etwa 8 Metern eine Stange, nach weiteren 8 Metern der Gegenspieler.
- Hinter dem Gegenspieler zwei Minitore mit rund 8 Metern Abstand zueinander.
- Höchstens drei Spieler je Bahn, sonst wird die Wartezeit zu lang.
Ablauf
- Antritt mit Ball, an der Stange eine vorher angesagte Finte: Übersteiger, Sohlenzieher oder Körpertäuschung.
- Ohne Tempoverlust weiter auf den Gegenspieler, der aus dem Rückwärtsgehen aktiv wird.
- Zweite Aktion frei wählbar, Abschluss durch eines der beiden Minitore.
- Nach sechs Durchgängen tauschen Angreifer und Gegenspieler.
„Erste Finte an der Stange, aber nicht abbremsen. Die Stange wehrt sich nicht. Der Gegner danach schon. Du hast zwei Aktionen: Die erste macht Tempo, die zweite entscheidet. Nach dem Vorbeigehen sofort zum Tor, nicht nachschauen, ob es geklappt hat.“
Darauf achtest du: Tempo ist die Vorgabe: Wer die Finte nur sauber, aber langsam zeigt, hat die Aufgabe nicht gelöst. Der Blick geht schon vor der Stange zum Gegenspieler. Die zweite Aktion wird vorher entschieden. Ball nach der Finte in den ersten Schritt legen, nicht neben sich. Beide Seiten anbieten, damit die Finte auch zum schwächeren Fuß hin funktioniert.
4. Zweikämpfe unter Ermüdung
Umbau: Großes Tor mit Torwart, Startpunkt 30 Meter davor, Umkehrhütchen weitere 15 Meter. Zwei Bahnen spiegelbildlich, Angreifer und Verteidiger starten gleichzeitig, Serie von sechs Aktionen.
Zweikampfqualität halten, wenn die Beine schwer werden, wie in der 80. Minute.
Aufbau
- Tor mit Torwart, Startpunkt 30 Meter davor, Umkehrhütchen weitere 15 Meter entfernt.
- Angreifer und Verteidiger starten gleichzeitig.
Ablauf
- Beide sprinten zum Umkehrhütchen und zurück.
- Am Startpunkt liegt der Ball. Der Angreifer nimmt ihn, das 1 gegen 1 beginnt sofort.
- Abschluss oder Ballgewinn beendet die Aktion. 30 Sekunden Pause, Rollentausch.
- Sechs Aktionen je Spieler, dann längere Pause.
„Erst der Sprint, dann sofort der Zweikampf, keine Erholung dazwischen. Genau so fühlt sich die 80. Minute an. Wer dann noch sauber verteidigt oder konsequent abschließt, gewinnt Spiele.“
Darauf achtest du: Technik und Entscheidung unter Ermüdung beobachten. Dort zeigt sich, was wirklich sitzt. Pausen kurz, aber die Serie begrenzen. Verteidiger auch müde: seitlich stellen, nicht hineinfliegen.
5. Intervallspiel mit Stabilisationsstation
Umbau: Feld 20 × 20 mit je einem Minitor an den Stirnseiten, direkt daneben die Stabilisationsstation mit vier Plätzen. Zwei Achtergruppen: 3 gegen 3 plus zwei Ballholer im Wechsel mit der Station, alle 90 Sekunden.
Fußballspezifische Ausdauer mit Ball und Rumpfstabilität in einem Block: Belastung im Wechsel statt Dauerlauf, die Pause bleibt eine Pause.
Aufbau
- Spielfeld von etwa 20 × 20 Metern mit je einem Minitor an den Stirnseiten.
- Direkt daneben eine Stabilisationsstation mit vier Plätzen, für alle einsehbar.
- An beiden Toren liegen Ersatzbälle bereit, damit im Spiel nie gewartet wird.
Ablauf
- Gruppe 1 spielt 90 Sekunden 3 gegen 3, jeder Ball ins Aus wird sofort durch einen neuen ersetzt.
- Gruppe 2 arbeitet zeitgleich an der Station, ruhig und sauber: Unterarmstütz, Seitstütz, einbeinige Standwaage, einbeiniges Beckenheben. Keine Sprünge, keine Zusatzlast.
- Nach 90 Sekunden Wechsel ohne zusätzliche Pause. Der Wechsel selbst ist die Pause.
- Sechs bis acht Durchgänge, danach fünf Minuten lockeres Auslaufen mit Ball.
„Neunzig Sekunden Vollgas im Spiel, neunzig Sekunden Stütz und Standwaage, dann wieder von vorne. Im Spiel wird nichts verwaltet, der nächste Ball liegt schon bereit. An der Station gilt: ruhig atmen, sauber halten. Wer wackelt, verkürzt die Haltezeit. Das ist keine Strafe, das ist der Weg.“
Darauf achtest du: Die Intensität entsteht über Feldgröße und bereitliegende Bälle, nicht über Anfeuern. An der Station Technik prüfen: gerader Rücken, Hüfte in einer Linie, Rumpf gespannt. Die Station ist die Erholung: keine Maximalkraft, keine Sprünge, keine Zusatzlast. Ermüdet trainiert man Technik falsch. Individuell dosieren: Der Entwicklungsstand ist innerhalb eines B-Jahrgangs sehr unterschiedlich.
6. Freies Abschlussspiel
Umbau: Feld auf halbes Großfeld ziehen, große Tore. Freies Spiel, kein Coaching, Torhüter aus dem Zweikampfblock.
Das Training mit freiem Spiel beenden, jedes Mal, unabhängig von Material und Platz.
Aufbau
- Feld so groß wie der Platz hergibt. Faustregel: je Kind auf dem Feld etwa 5 x 5 Meter, also 25 x 20 Meter für 4 gegen 4, ein halbes Feld für 7 gegen 7.
- Tore an die Stirnseiten: große Tore mit Torwart, Minitore ohne Torwart oder je zwei Hütchen als Tor.
- Teams so bilden, dass die Kinderzahl passt: F-Jugend 3 bis 5 je Team, E-Jugend 5 bis 7, ab D auch größer.
- Bei mehr Kindern als zwei Teams: zwei Felder nebeneinander oder ein drittes Team, das nach je 4 Minuten einwechselt.
Ablauf
- Freies Spiel ohne besondere Regel: Einwurf oder Einrollen nach Wahl, kein Abseits im Kinderfußball.
- Bei großen Toren wechselt der Torwart alle 4 bis 5 Minuten, damit jedes Kind einmal ins Tor kommt.
- Durchspielen lassen. Unterbrechen nur bei Verletzung oder wenn ein Team hoffnungslos abgehängt ist. Dann Teams neu mischen.
- Die letzten zwei Minuten ansagen: „Nächstes Tor gewinnt" hält alle bis zum Schluss dabei.
„Zum Schluss spielen wir richtig Fußball: zwei Mannschaften, zwei Tore, kein Trainer dazwischen. Ihr entscheidet selbst. Los!“
Darauf achtest du: So wenig wie möglich coachen. Wenn überhaupt, dann kurz loben, was aus dem Hauptteil zu sehen ist. Teams ausgeglichen zusammensetzen und selbst einteilen, Kinder nie wählen lassen. Wenn ein Schwerpunkt aus dem Hauptteil wichtig war: eine einzige Bonusregel geben, zum Beispiel doppelte Tore nach einem Pass. Bei Hütchentoren zählt ein Tor nur unter Kniehöhe, sonst wird geschossen statt gespielt.
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