Fertige Einheit · F-Jugend
Ball holen erlaubt
F-Jugend · 60 Minuten · Thema: Verteidigen lernen
Verteidigen heißt in der F-Jugend: hingehen, dranbleiben, Ball holen. Erst das Zustellen im Kleinen, dann zu zweit, am Ende im freien Spiel. Ohne Grätschen, ohne Schubsen, mit vielen Erfolgen für die Ballräuber.
Ohne Kopf und Werbung, passt auf zwei Seiten.
Ablauf der Einheit
| Phase | Übung | Dauer |
|---|---|---|
| Ankommen & Aufwärmen | Ballräuber | 8 min |
| Technik-Teil | Zustellen lernen | 10 min |
| Technik-Teil | Ballschutz im Kreis | 8 min |
| Spielformen | Zu zweit verteidigen | 12 min |
| Abschlussspiel | Freies Abschlussspiel | 22 min |
Material: 8 Hütchen · 1 Ball je Kind · 1 Ball je Paar · Leibchen · 8 Hütchen für den Kreis · 1 Ball je Kind mit Ball · 2 Leibchen · 2 Minitore je Feld · Bälle · Bälle; Tore nach Verfügbarkeit (große Tore · Minitore oder vier Hütchen als Tore); Leibchen · falls vorhanden
Trainingsplan in zwei Minuten
Der Nachwuchscoach baut aus 273 Übungen die passende Einheit für deine Altersklasse – mit Timer für den Platz.
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Die Übungen im Einzelnen
1. Ballräuber
Ballschutz mit dem Körper und mutiges Attackieren im direkten Duell – beides im selben Moment.
Aufbau
- Feld von etwa 15 x 15 Metern abstecken – bewusst eng.
- Jedes Kind hat einen Ball und steht im Feld.
Ablauf
- Auf dein Signal dribbeln alle los.
- Jedes Kind versucht, den eigenen Ball zu behalten und gleichzeitig fremde Bälle aus dem Feld zu schießen.
- Wer seinen Ball verliert, holt ihn und kommt sofort wieder ins Spiel – niemand scheidet aus.
- Nach 90 Sekunden kurz stoppen: Wer hat seinen Ball noch? Dann neue Runde.
„Passt gut auf euren Ball auf! Alle anderen wollen ihn nämlich aus dem Feld schießen. Und ihr dürft das auch – klaut den anderen die Bälle. Wenn euer Ball weg ist: schnell holen und sofort weitermachen. Rausgeschmissen wird hier keiner.“
Darauf achtest du: Zeigen, wie man den Körper zwischen Ball und Gegner bringt. Kinder ermutigen, in die Mitte zu gehen – wer am Rand bleibt, spielt zwar sicher, lernt aber weniger. Auf die Regel achten, dass niemand ausscheidet. Genau das unterscheidet die Übung von der klassischen Variante.
2. Zustellen lernen
Verteidigen als aktives Lenken verstehen, statt hinterherzulaufen oder wild zu grätschen.
Aufbau
- Felder von etwa 10 x 8 Metern markieren.
- Eine Stirnseite ist die Ziellinie, die der Angreifer überdribbeln will.
- Mehrere Felder parallel, je zwei Kinder pro Feld.
Ablauf
- Der Angreifer startet mit Ball, der Verteidiger steht ihm gegenüber.
- Erste Runde: Der Verteidiger darf den Ball nicht erobern, nur begleiten und den Weg versperren.
- Zweite Runde: Der Verteidiger darf zusätzlich den Ball erobern, wenn sich die Gelegenheit ergibt.
- Nach jedem Durchgang tauschen die Rollen.
„Du willst mit dem Ball über die Linie. Du versuchst, ihn aufzuhalten – aber in der ersten Runde darfst du den Ball noch nicht wegnehmen. Stell dich ihm einfach in den Weg und bleib seitlich neben ihm, wie ein Schatten.“
Darauf achtest du: Seitliche Stellung zeigen: nicht frontal davorstehen, sondern leicht versetzt. Der Verteidiger soll den Angreifer nach außen lenken, weg von der Mitte. Die erste Runde ohne Balleroberung ist entscheidend – sie verhindert das wilde Hineinrutschen. Auch unsichere Kinder verteidigen lassen, gerade sie profitieren von der klaren Aufgabe.
3. Ballschutz im Kreis
Den Körper bewusst zwischen Ball und Gegner bringen – die Grundlage jedes Zweikampfs.
Aufbau
- Kreis von etwa 12 Metern Durchmesser mit Hütchen markieren.
- Die meisten Kinder haben einen Ball und stehen im Kreis.
- Ein bis zwei Kinder ohne Ball tragen Leibchen.
Ablauf
- Die Kinder mit Ball bewegen sich im Kreis und schützen ihren Ball.
- Die Kinder ohne Ball versuchen, einen Ball zu erobern und aus dem Kreis zu dribbeln.
- Gelingt das, tauschen die beiden Kinder die Rollen.
- Nach 90 Sekunden kurz stoppen und neu starten.
„Schützt euren Ball! Dreht euch so, dass ihr immer mit dem Rücken oder der Seite zu dem steht, der ihn haben will. Der Ball gehört auf die andere Seite von eurem Körper – wie eine Mauer.“
Darauf achtest du: Das Bild der Mauer benutzen: Der Körper steht zwischen Gegner und Ball. Auf den Blick achten – wer nur auf den Ball schaut, sieht den Gegner nicht kommen. Die Fläche eng halten, damit echte Zweikämpfe entstehen.
4. Zu zweit verteidigen
Verteidigen als gemeinsame Aufgabe erleben – nicht beide zum Ball rennen.
Aufbau
- Feld von etwa 18 x 14 Metern mit je einem Minitor pro Seite.
- Zwei gegen zwei, mehrere Felder parallel.
Ablauf
- Normales Spiel 2 gegen 2.
- Regel für die Verteidiger: Einer geht zum Ball, der andere bleibt schräg dahinter.
- Nach einem Ballgewinn sofort umschalten und selbst angreifen.
- Alle zwei Minuten Paarungen wechseln.
„Wenn die anderen den Ball haben, geht immer nur einer von euch hin! Der andere bleibt schräg dahinter stehen und passt auf. Wenn beide gleichzeitig hinrennen, ist hinter euch alles frei.“
Darauf achtest du: Die Regel "immer nur einer geht hin" konsequent einfordern – sie ist der Kern. Der absichernde Spieler soll schräg versetzt stehen, nicht daneben. Nach Ballgewinn sofortiges Umschalten loben.
5. Freies Abschlussspiel
Das Training mit freiem Spiel beenden – jedes Mal, unabhängig von Material und Platz.
Aufbau
- Feld so groß wie der Platz hergibt – Faustregel: je Kind auf dem Feld etwa 5 x 5 Meter, also 25 x 20 Meter für 4 gegen 4, ein halbes Feld für 7 gegen 7.
- Tore an die Stirnseiten: große Tore mit Torwart, Minitore ohne Torwart oder je zwei Hütchen als Tor.
- Teams so bilden, dass die Kinderzahl passt: F-Jugend 3 bis 5 je Team, E-Jugend 5 bis 7, ab D auch größer.
- Bei mehr Kindern als zwei Teams: zwei Felder nebeneinander oder ein drittes Team, das nach je 4 Minuten einwechselt.
Ablauf
- Freies Spiel ohne besondere Regel – Einwurf oder Einrollen nach Wahl, kein Abseits im Kinderfußball.
- Bei großen Toren wechselt der Torwart alle 4 bis 5 Minuten, damit jedes Kind einmal ins Tor kommt.
- Durchspielen lassen. Unterbrechen nur bei Verletzung oder wenn ein Team hoffnungslos abgehängt ist – dann Teams neu mischen.
- Die letzten zwei Minuten ansagen: „Nächstes Tor gewinnt" hält alle bis zum Schluss dabei.
„Zum Schluss spielen wir richtig Fußball – zwei Mannschaften, zwei Tore, kein Trainer dazwischen. Ihr entscheidet selbst. Los!“
Darauf achtest du: So wenig wie möglich coachen. Wenn überhaupt, dann kurz loben, was aus dem Hauptteil zu sehen ist. Teams ausgeglichen zusammensetzen und selbst einteilen – Kinder nie wählen lassen. Wenn ein Schwerpunkt aus dem Hauptteil wichtig war: eine einzige Bonusregel geben, zum Beispiel doppelte Tore nach einem Pass. Bei Hütchentoren zählt ein Tor nur unter Kniehöhe – sonst wird geschossen statt gespielt.
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