Zustellen lernen
Der Angreifer dribbelt auf eine breite Linie zu, die er überqueren will. Der Verteidiger soll ihn nicht erobern, sondern zunächst nur seitlich begleiten und in eine Richtung lenken.
- Ziel
- Verteidigen als aktives Lenken verstehen, statt hinterherzulaufen oder wild zu grätschen.
- Dauer
- 8–12 Minuten
- Kinder
- 4–14
- Material
- 8 Hütchen, 1 Ball je Paar, Leibchen
- Platz
- kleines Feld (12 × 10 m) · Halle, Rasen, Kunstrasen, Asche
- Phase
- Technik-Teil
Aufbau
- Felder von etwa 10 x 8 Metern markieren.
- Eine Stirnseite ist die Ziellinie, die der Angreifer überdribbeln will.
- Mehrere Felder parallel, je zwei Kinder pro Feld.
Ablauf
- Der Angreifer startet mit Ball, der Verteidiger steht ihm gegenüber.
- Erste Runde: Der Verteidiger darf den Ball nicht erobern, nur begleiten und den Weg versperren.
- Zweite Runde: Der Verteidiger darf zusätzlich den Ball erobern, wenn sich die Gelegenheit ergibt.
- Nach jedem Durchgang tauschen die Rollen.
So erklärst du es den Kindern
„Du willst mit dem Ball über die Linie. Du versuchst, ihn aufzuhalten – aber in der ersten Runde darfst du den Ball noch nicht wegnehmen. Stell dich ihm einfach in den Weg und bleib seitlich neben ihm, wie ein Schatten."
Darauf achtest du
- Seitliche Stellung zeigen: nicht frontal davorstehen, sondern leicht versetzt.
- Der Verteidiger soll den Angreifer nach außen lenken, weg von der Mitte.
- Die erste Runde ohne Balleroberung ist entscheidend – sie verhindert das wilde Hineinrutschen.
- Auch unsichere Kinder verteidigen lassen, gerade sie profitieren von der klaren Aufgabe.
Typische Stolpersteine
- Die Runde ohne Balleroberung überspringen: Dann bleibt es beim ziellosen Hinterherlaufen.
- Zu viel taktische Erklärung. Ein Bild wie "sei sein Schatten" wirkt besser als drei Sätze.
Varianten
Zwei Tore als Ziel · Schwerer
Statt einer Linie zwei Hütchentore. Der Verteidiger muss aktiv entscheiden, welches er zustellt.
Angreifer ohne Tempo · Leichter
Der Angreifer dribbelt nur langsam. Der Verteidiger kann die Stellung in Ruhe einnehmen.
2 gegen 1 · Variante
Zwei Angreifer gegen einen Verteidiger. Der Verteidiger lernt, Passwege zu versperren.
Warum diese Übung wirkt
Defensives Verhalten wird im Kinderfußball selten geschult, obwohl gerade die Zweikampfscheu ein häufiges Thema ist. Der bewusste Verzicht auf Balleroberung in der ersten Runde nimmt den Druck und lenkt die Aufmerksamkeit auf die Stellung – die eigentliche Grundlage.
Quellen
- DFB-Ausbildungskonzeption, F-Junioren – DFB-Akademie (Verbands-Konzeption)
- DFB-Kinderfußball-Reform – DFB, 2024 (Verbands-Konzeption)
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