Fertige Einheit · B-Jugend
Torwart hinter der hohen Kette
B-Jugend · 90 Minuten · Thema: Torwart: lange Bälle und Kette
Die Abwehr steht hoch, der Torwart deckt den Raum dahinter: lange Bälle abfangen, den Aufbau flach eröffnen, im Strafraum die Kommandos geben. Trainiert wird in Spielformen mit echter Kulisse, nicht in der Einzelecke.
Ohne Kopf und Werbung, passt auf zwei Seiten.
Ablauf der Einheit
| Phase | Übung | Dauer |
|---|---|---|
| Ankommen & Aufwärmen | Sprünge mit sauberer Landung | 8 min |
| Ankommen & Aufwärmen | Tempo-Rondo: zwei Kontakte, ein Takt | 8 min |
| Technik-Teil | Torwart: Spielaufbau und lange Bälle | 15 min |
| Spielformen | Torwart hinter der hohen Kette | 16 min |
| Spielformen | Chef im Strafraum | 15 min |
| Abschlussspiel | 11 gegen 11 unter Wettkampfbedingungen | 28 min |
Material: Je Spieler eine Linie: Stange am Boden oder zwei Hütchen · Ein Ball je Gruppe · Teller für Felder von acht mal acht Metern · Leibchen · 1 Tor · Hütchen · viele Bälle · Großes Tor · Bälle · Hütchen für die Abseitslinie · Leibchen für Angriff und Abwehr · 2 Tore
Trainingsplan in zwei Minuten
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Die Übungen im Einzelnen
1. Sprünge mit sauberer Landung
Landetechnik und Kniestabilität festigen – der wirksamste Schutz vor Kreuzband- und Sprunggelenkverletzungen.
Aufbau
- Jeder Spieler bekommt eine Bodenlinie (Stange oder gedachte Linie zwischen zwei Hütchen).
- Genug Abstand zwischen den Spielern, damit niemand ausweichen muss.
Ablauf
- Serie 1: Beidbeinig seitlich über die Linie springen, Landung zwei Sekunden halten – 6 Sprünge.
- Serie 2: Beidbeinig vor und zurück, Landung weich und leise – 6 Sprünge.
- Serie 3: Einbeinig seitlich, Landung auf demselben Bein halten – 4 Sprünge je Bein.
- Zwischen den Serien 30 Sekunden Pause – Qualität vor Menge, keine Zusatzserien.
„Springen kann jeder – landen ist die Kunst. Nach jedem Sprung frierst du die Landung ein: Knie über dem Fuß, leise wie eine Katze. Wer laut aufkommt, hat den Sprung verschenkt.“
Darauf achtest du: Das Knie darf bei der Landung nicht nach innen wandern – das ist der ganze Zweck der Übung. Leise Landungen einfordern: Lautstärke ist das ehrlichste Feedback der Übung. Wenige Sprünge, volle Konzentration – keine Sprungserien anhängen.
2. Tempo-Rondo: zwei Kontakte, ein Takt
Handlungsschnelligkeit am Limit: Vororientierung, erster Kontakt und Passschärfe unter Maximaltempo.
Aufbau
- Kleine Felder von acht mal acht Metern, fünf Außenspieler, ein bis zwei Jäger.
- Serien von 90 Sekunden mit fester Punktetafel.
Ablauf
- Gespielt wird mit exakt zwei Pflichtkontakten – auch ein Direktpass braucht die bewusste Entscheidung.
- Direktpass, der ankommt: zwei Punkte. Zweikontakt-Pass: ein Punkt. Eroberung der Jäger: minus drei.
- Nach jeder 90-Sekunden-Serie rotieren die Jäger, der Punktestand läuft weiter.
- Die Serie mit dem höchsten Ergebnis gewinnt den Tag – die Wertung hängt sichtbar am Spielfeldrand.
„Zwei Kontakte, keine Ausnahme – und wer den Mut zum Direktspiel hat und trifft, holt doppelt. Neunzig Sekunden Vollgas, dann wird gewechselt. Der Kopf muss schneller sein als der Ball.“
Darauf achtest du: Vororientierung einfordern: Der Blick zur nächsten Station kommt vor der Ballannahme. Den ersten Kontakt als Pass-Vorbereitung coachen – er legt den Ball in den Passwinkel. Die Serien wirklich kurz halten: Qualität bei Maximaltempo trägt keine fünf Minuten.
3. Torwart: Spielaufbau und lange Bälle
Der Torwart als elfter Feldspieler mit Entscheidungsqualität und sicherem Fuß.
Aufbau
- Tor mit Torwart, zwei Innenverteidiger, ein Angreifer als Störer, ein Zielspieler an der Mittellinie.
- Zwei Zielzonen seitlich für Verlagerungen.
Ablauf
- Rückpass zum Torwart, der Störer läuft an.
- Der Torwart entscheidet nach Druck: kurz auf den freien Innenverteidiger, flach in die Zielzone oder lang auf den Zielspieler.
- Der Zielspieler legt ab, damit die Entscheidung überprüfbar bleibt.
- Zehn Aktionen, dann Rollen tauschen.
„Rückpass, der Gegner kommt – du hast drei Optionen: kurz, verlagern oder lang. Schau vor dem Ball, wo Platz ist, dann spiel. Und sag den Verteidigern vorher, wo du sie haben willst.“
Darauf achtest du: Blick vor der Annahme, Entscheidung mit dem ersten Kontakt. Lange Bälle nur, wenn kurz nicht geht – und dann präzise, nicht einfach weg. Der Torwart dirigiert die Verteidiger vor dem Rückpass.
4. Torwart hinter der hohen Kette
Den Raum hinter der aufgerückten Kette beherrschen – Antizipation statt Linientorwart.
Aufbau
- Dreiviertelfeld: Abwehrkette auf Höhe der Mittellinie, dahinter viel freier Raum bis zum Tor.
- Angreiferpaar startet auf Steilpässe des Trainers, ein Verteidiger setzt nach.
Ablauf
- Der Trainer spielt Steilpässe unterschiedlicher Länge hinter die Kette.
- Der Torwart entscheidet: ablaufen und mit dem Fuß klären, aufnehmen, oder zurückbleiben und den Winkel verkürzen.
- Klärt er außerhalb des Strafraums, zählt nur der kontrollierte Pass zum Mitspieler als gelöst.
- Nach jeder Situation kurz begründen lassen: Warum raus, warum geblieben?
„Deine Kette spielt hoch – der halbe Platz hinter ihr gehört dir. Jeder lange Ball ist eine Frage: Kommst du zuerst hin? Dann raus und klären wie ein Feldspieler. Kommst du nicht zuerst – bleib und mach dich groß.“
Darauf achtest du: Die Startposition coachen: außerhalb des Fünfers, auf Ballhöhe mitverschieben. Die Entscheidung fällt beim Passmoment, nicht wenn der Ball fliegt – Antizipation vor Reaktion. Klärungen mit dem schwachen Fuß gezielt einbauen: Der lange Ball sucht sich die Seite nicht aus.
5. Chef im Strafraum
Laut, früh und eindeutig kommandieren – der Torwart als Organisator seiner Abwehr.
Aufbau
- Halbfeld mit Tor, Torwart und Dreier-Abwehr gegen vier Angreifer.
- Die Angriffe starten wiederholt von der Mittellinie aus verschiedenen Positionen.
Ablauf
- Jeder Angriff wird echt ausgespielt; der Torwart muss vor jeder Situation hörbar kommandieren.
- Drei Pflicht-Ansagen einführen: „Weg!" (klären), „Halten!" (Abstand halten, nicht attackieren), „Übernehmen!" (Gegner übergeben).
- Nach jedem Angriff eine Zwanzig-Sekunden-Auswertung: Kam die Ansage früh genug? War sie eindeutig?
- Torwart-Rotation nach je fünf Angriffen – Kommandieren lernen alle.
„Du siehst als Einziger das ganze Spielfeld – also bist du der Chef. Sag deinen Vorderleuten laut und früh, was sie tun sollen. Eine gute Ansage verhindert den Schuss, bevor du ihn halten musst.“
Darauf achtest du: Frühe, kurze Kommandos loben – ein leises „vielleicht links" ist keine Ansage. Die Abwehr verpflichten, auf Kommandos zu reagieren: Der Chef ist nur Chef, wenn gehorcht wird. Stille Phasen unterbrechen und nachfragen: Was hättest du hier gerufen?
6. 11 gegen 11 unter Wettkampfbedingungen
Das Erlernte unter echten Bedingungen anwenden – Verantwortung liegt bei den Spielern.
Aufbau
- Großfeld, volle Regeln, ein Spieler oder Helfer pfeift.
- Jedes Team bekommt eine taktische Vorgabe, die das andere nicht kennt.
Ablauf
- Zwei Halbzeiten à 15 bis 20 Minuten.
- Der Trainer greift während des Spiels nicht ein – nur in der Halbzeit.
- Kapitäne coachen ihre Teams selbst.
- Nach dem Spiel kurze Auswertung: Wurde die Vorgabe umgesetzt?
„Das ist euer Spiel. Ihr habt eine Aufgabe, die das andere Team nicht kennt. Kapitäne, ihr führt. Ich sage während des Spiels nichts – in der Halbzeit reden wir, danach wieder ihr.“
Darauf achtest du: Wirklich schweigen. Das ist ungewohnt, aber der Sinn. In der Halbzeit fragen: Was habt ihr beobachtet? Auswertung ohne Ergebnisfokus – Umsetzung zählt.
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