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Fertige Einheit · B-Jugend

Torwart hinter der hohen Kette

B-Jugend · 90 Minuten · Thema: Torwart: lange Bälle und Kette

90Minuten
6Blöcke

Die Abwehr steht hoch, der Torwart deckt den Raum dahinter: lange Bälle abfangen, den Aufbau flach eröffnen, im Strafraum die Kommandos geben. Trainiert wird in Spielsituationen mit echter Kulisse, Kette, Angreifern und Steilpässen, nicht in der Einzelecke. Wer gerade nicht in der Kulisse steht, arbeitet am zweiten Tor an derselben Sache.

Tausche Blöcke, kürze Zeiten, pass die Gruppengrößen an deine Kinder an. In der App wird die Einheit zum frei änderbaren Plan.

Ablauf der Einheit

ZeitTrainingsteilÜbungDauer
0–10AnkommenRondo mit zwei Kontakten10 min
10–20AnkommenSprünge mit sauberer Landung10 min
20–35SchwerpunktTorwart: Spielaufbau und lange Bälle15 min
35–50SpielformenTorwart hinter der hohen Kette15 min
50–65SpielformenTorwart coacht die Abwehr15 min
65–90Abschlussspiel11 gegen 11 unter Wettkampfbedingungen25 min

Material: ein Hütchen je Kind · 8 Leibchen · 2 große Tore · 4 Stangen · ein Ball je Kind · 8 Markierteller

Keine Minitore nötig, zwei große Tore.

Warum so aufgebaut

Mit einer hohen Kette wird der Torwart zum Absicherer des Raums dahinter, und diese Entscheidung (rauskommen oder bleiben) lässt sich nur mit echter Kette und echten Angreifern üben. Die Feldspieler trainieren dabei ihr Kettenverhalten mit, darum sind die Blöcke für die ganze Gruppe Training und nicht Torwartsonderstunde.

Weniger oder mehr Kinder: Unter 14: keine Parallelaufgaben, Abschluss 9 gegen 9 auf verkürztem Feld. Über 18: Ersatz rotiert.

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Diese Einheit wird in der App zum Plan mit Timer: jeder Block tauschbar, jede Zeit anpassbar, am Platz Block für Block geführt.

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Die Übungen im Einzelnen

Handlungsschnelligkeit am Limit: Vororientierung, erster Kontakt und Passschärfe unter Maximaltempo.

Aufbau

  1. Kleine Felder von acht mal acht Metern, fünf Außenspieler, ein bis zwei Jäger.
  2. Serien von 90 Sekunden mit fester Punktetafel.

Ablauf

  1. Gespielt wird mit exakt zwei Pflichtkontakten. Auch ein Direktpass braucht die bewusste Entscheidung.
  2. Direktpass, der ankommt: zwei Punkte. Zweikontakt-Pass: ein Punkt. Eroberung der Jäger: minus drei.
  3. Nach jeder 90-Sekunden-Serie rotieren die Jäger, der Punktestand läuft weiter.
  4. Die Serie mit dem höchsten Ergebnis gewinnt den Tag. Die Wertung hängt sichtbar am Spielfeldrand.
So erklärst du es den Kindern

„Zwei Kontakte, keine Ausnahme. Wer den Mut zum Direktspiel hat und trifft, holt doppelt. Neunzig Sekunden Vollgas, dann wird gewechselt.“

Darauf achtest du: Vororientierung einfordern: Der Blick zur nächsten Station kommt vor der Ballannahme. Den ersten Kontakt als Pass-Vorbereitung coachen: Er legt den Ball in den Passwinkel. Die Serien wirklich kurz halten: Qualität bei Maximaltempo trägt keine fünf Minuten.

Umbau: Die Rondofelder bleiben als Punktetafel stehen. Jeder Spieler nimmt sich eine Stange oder zwei Hütchen als Bodenlinie und stellt sich mit Abstand daneben, Bälle an den Rand. Beidbeinig, dann einbeinig, Landung halten.

Landetechnik und Kniestabilität festigen: der wirksamste Schutz vor Kreuzband- und Sprunggelenkverletzungen.

Aufbau

  1. Jeder Spieler bekommt eine Bodenlinie (Stange oder gedachte Linie zwischen zwei Hütchen).
  2. Genug Abstand zwischen den Spielern, damit niemand ausweichen muss.

Ablauf

  1. Serie 1: Beidbeinig seitlich über die Linie springen, Landung zwei Sekunden halten, 6 Sprünge.
  2. Serie 2: Beidbeinig vor und zurück, Landung weich und leise, 6 Sprünge.
  3. Serie 3: Einbeinig seitlich, Landung auf demselben Bein halten, 4 Sprünge je Bein.
  4. Zwischen den Serien 30 Sekunden Pause. Qualität vor Menge, keine Zusatzserien.
So erklärst du es den Kindern

„Nach jedem Sprung hältst du die Landung kurz: Knie über dem Fuß, leise. Wer laut aufkommt, wiederholt den Sprung.“

Darauf achtest du: Das Knie darf bei der Landung nicht nach innen wandern. Das ist der ganze Zweck der Übung. Leise Landungen einfordern: Lautstärke ist das ehrlichste Feedback der Übung. Wenige Sprünge, volle Konzentration, keine Sprungserien anhängen.

Umbau: Stangen und Hütchen einsammeln. Am großen Tor: Torwart, zwei Innenverteidiger, ein Störer, ein Zielspieler an der Mittellinie, zwei Zielzonen seitlich. Zweite Gruppe spiegelt am zweiten Tor.

Der Torwart als elfter Feldspieler mit Entscheidungsqualität und sicherem Fuß.

Für die Wartenden: Die vier Übrigen spielen am zweiten Tor hohe Bälle zu zweit über 30 Meter und tauschen nach acht Minuten mit Störer und Zielspieler.

Aufbau

  1. Tor mit Torwart, zwei Innenverteidiger, ein Angreifer als Störer, ein Zielspieler an der Mittellinie.
  2. Zwei Zielzonen seitlich für Verlagerungen.

Ablauf

  1. Rückpass zum Torwart, der Störer läuft an.
  2. Der Torwart entscheidet nach Druck: kurz auf den freien Innenverteidiger, flach in die Zielzone oder lang auf den Zielspieler.
  3. Der Zielspieler legt ab, damit die Entscheidung überprüfbar bleibt.
  4. Zehn Aktionen, dann Rollen tauschen.
So erklärst du es den Kindern

„Rückpass, der Gegner kommt. Du hast drei Optionen: kurz, verlagern oder lang. Schau vor dem Ball, wo Platz ist, dann spiel. Und sag den Verteidigern vorher, wo du sie haben willst.“

Darauf achtest du: Blick vor der Annahme, Entscheidung mit dem ersten Kontakt. Lange Bälle nur, wenn kurz nicht geht, und dann präzise, nicht einfach weg. Der Torwart dirigiert die Verteidiger vor dem Rückpass.

Umbau: Dreiviertelfeld: Kette auf Mittellinienhöhe, dahinter freier Raum bis zum Tor. Angreiferpaar startet auf Steilpässe, ein Verteidiger setzt nach. Bälle beim Passgeber.

Den Raum hinter der aufgerückten Kette beherrschen: Antizipation statt Linientorwart.

Für die Wartenden: Die zwei Übrigen sind zweites Angreiferpaar und starten im Wechsel, sodass kein Paar zweimal hintereinander läuft.

Zweiter Erwachsener: Zweiter Erwachsener oder ruhender Spieler spielt die Steilpässe, sonst coacht niemand.

Aufbau

  1. Dreiviertelfeld: Abwehrkette auf Höhe der Mittellinie, dahinter viel freier Raum bis zum Tor.
  2. Angreiferpaar startet auf die Steilpässe des Zuspielers, ein Verteidiger setzt nach.

Ablauf

  1. Ein Feldspieler oder ein zweiter Erwachsener spielt Steilpässe unterschiedlicher Länge hinter die Kette. Wer zuspielt, wechselt nach jeder Serie.
  2. Der Torwart entscheidet: ablaufen und mit dem Fuß klären, aufnehmen, oder zurückbleiben und den Winkel verkürzen.
  3. Klärt er außerhalb des Strafraums, zählt nur der kontrollierte Pass zum Mitspieler als gelöst.
  4. Nach jeder Situation kurz begründen lassen: Warum raus, warum geblieben?
So erklärst du es den Kindern

„Deine Kette spielt hoch, der halbe Platz hinter ihr gehört dir. Jeder lange Ball ist eine Frage: Kommst du zuerst hin? Dann raus und klären wie ein Feldspieler. Kommst du nicht zuerst, bleib und mach dich groß.“

Darauf achtest du: Die Startposition coachen: außerhalb des Fünfers, auf Ballhöhe mitverschieben. Die Entscheidung fällt beim Passmoment, nicht wenn der Ball fliegt: Antizipation vor Reaktion. Klärungen mit dem schwachen Fuß gezielt einbauen: Der lange Ball sucht sich die Seite nicht aus.

Umbau: Halbfeld, Torwart mit Dreierabwehr gegen vier Angreifer, Angriffe von der Mittellinie aus wechselnden Positionen. Kette aus dem vorigen Block wird Dreierabwehr, Rotation nach jeder Serie.

Laut, früh und eindeutig kommandieren: der Torwart als Organisator seiner Abwehr.

Für die Wartenden: Die zwei Übrigen stehen als Zweitball-Angreifer am Strafraumrand und wechseln nach jeder Serie mit zwei Angreifern.

Aufbau

  1. Halbfeld mit Tor, Torwart und Dreier-Abwehr gegen vier Angreifer.
  2. Die Angriffe starten wiederholt von der Mittellinie aus verschiedenen Positionen.

Ablauf

  1. Jeder Angriff wird echt ausgespielt; der Torwart muss vor jeder Situation hörbar kommandieren.
  2. Drei Pflicht-Ansagen einführen: „Weg!" (klären), „Halten!" (Abstand halten, nicht attackieren), „Übernehmen!" (Gegner übergeben).
  3. Nach jedem Angriff eine Zwanzig-Sekunden-Auswertung: Kam die Ansage früh genug? War sie eindeutig?
  4. Torwart-Rotation nach je fünf Angriffen. Kommandieren lernen alle.
So erklärst du es den Kindern

„Du siehst als Einziger das ganze Spielfeld, also bist du der Chef. Sag deinen Vorderleuten laut und früh, was sie tun sollen. Eine gute Ansage verhindert den Schuss, bevor du ihn halten musst.“

Darauf achtest du: Frühe, kurze Kommandos loben. Ein leises „vielleicht links" ist keine Ansage. Die Abwehr verpflichten, auf Kommandos zu reagieren: Der Chef ist nur Chef, wenn gehorcht wird. Stille Phasen unterbrechen und nachfragen: Was hättest du hier gerufen?

Umbau: Großfeld, volle Regeln, ein Spieler pfeift. Vorgabe getrennt: ein Team hält die Kette hoch, der Torwart deckt dahinter.

Das Erlernte unter echten Bedingungen anwenden. Verantwortung liegt bei den Spielern.

Aufbau

  1. Großfeld, volle Regeln, ein Spieler oder Helfer pfeift.
  2. Jedes Team bekommt eine taktische Vorgabe, die das andere nicht kennt.

Ablauf

  1. Zwei Halbzeiten à 15 bis 20 Minuten.
  2. Der Trainer greift während des Spiels nicht ein, nur in der Halbzeit.
  3. Kapitäne coachen ihre Teams selbst.
  4. Nach dem Spiel kurze Auswertung: Wurde die Vorgabe umgesetzt?
So erklärst du es den Kindern

„Das ist euer Spiel. Ihr habt eine Aufgabe, die das andere Team nicht kennt. Kapitäne, ihr führt. Ich sage während des Spiels nichts. In der Halbzeit reden wir, danach wieder ihr.“

Darauf achtest du: Wirklich schweigen. Das ist ungewohnt, aber der Sinn. In der Halbzeit fragen: Was habt ihr beobachtet? Auswertung ohne Ergebnisfokus: Umsetzung zählt.

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