Fußballübung · C-Jugend bis A-Jugend
Direkter Freistoß: um die Mauer oder abgelegt
Der zentrale Freistoß aus 18 bis 22 Metern gegen eine echte Mauer: der gezogene Ball um die Mauer herum, der Schuss über sie hinweg und die abgelegte Variante, bei der ein zweiter Schütze aus besserem Winkel abschließt.
„Drei Wege am Ball vorbei: außen herum, oben drüber oder daneben. Wenn du ziehst, triffst du den Ball seitlich und lässt ihn um die Mauer laufen. Wenn du drüber willst, geh unter den Ball und triff ihn fest. Und wenn nichts frei ist, legen wir ihn zur Seite und der Nächste schießt aus dem besseren Winkel.“
- Ziel
- Den direkten Freistoß als geübte Torchance behandeln, mit zwei Schützen und einer klaren Entscheidung.
- Dauer
- 12–20 Minuten
- Kinder
- 8–18
- Material
- Ein großes Tor mit Torwart, Ballvorrat am Freistoßpunkt, Hütchen für den Mauerabstand, Leibchen für die Mauer
- Platz
- mittleres Feld (40 × 30 m) · Rasen, Kunstrasen
- Phase
- Technik-Teil
Aufbau
- Tor mit Torwart, Freistoßpunkte zentral und halbrechts in 18 bis 22 Metern Entfernung.
- Vier Spieler bilden die Mauer auf der Ballseite und decken die kurze Ecke, der Torwart steht auf der anderen Seite und deckt die lange. Ein Hütchen markiert den Abstand von 9,15 Metern.
- Zwei Bälle je Schütze liegen bereit, damit ohne Warten geschossen wird.
Ablauf
- Runde 1 um die Mauer: Der Schütze trifft den Ball außen mit dem Spann und zieht ihn um die Mauer herum ins lange Eck.
- Runde 2 über die Mauer: Voller Spann unter den Ball, Ball steigt schnell und fällt hinter der Mauer wieder ab. Wer den Ball ständig über das Tor schlägt, geht zwei Meter zurück statt fester zu schießen.
- Runde 3 abgelegt: Der Ball wird einen Meter zur mauerfreien Seite gelegt, ein zweiter Schütze kommt angelaufen und schießt aus dem freien Winkel neben der Mauer. Die Mauer steht für die alte Position, der Winkel ist offen.
- Zum Schluss entscheidet der Schütze selbst und sagt es vorher an. Der Torwart stellt die Mauer nach jedem Versuch neu.
Darauf achtest du
- Der Anlauf ist flach und schräg, nicht lang und gerade. Drei bis vier Schritte reichen.
- Beim Zug um die Mauer bleibt der Oberkörper über dem Ball, sonst steigt er zu hoch.
- Der Torwart gehört dazu und stellt die Mauer selbst. Wer seine Mauer nicht stellt, verteidigt später auch keine.
- Qualität vor Menge: Zehn saubere Versuche schlagen dreißig hingedroschene.
Typische Stolpersteine
- Ohne Mauer üben. Dann trainiert niemand die Flugkurve, die es wirklich braucht.
- Nur einen Schützen ausbilden. Zwei bis drei Spieler mit unterschiedlichem Fuß halten den Gegner im Unklaren.
- Den Abstand nicht kontrollieren. Sind es sieben statt neun Meter, ist die Übung wertlos.
Varianten
Ohne Torwart · Leichter
Erst nur auf Zielzonen in den Torecken schießen, mit Hütchen markiert, bis die Flugkurve sitzt.
Mauer springt · Schwerer
Die Mauer springt auf Kommando ab. Wer über sie schießen will, muss den Ball flach und hart unter der Mauer durchspielen oder wirklich hoch treffen.
Punktespiel · Variante
Zwei Teams schießen je fünf Freistöße. Tor drei Punkte, Pfosten oder Latte einer, über das Tor ein Punkt Abzug.
Warum diese Übung wirkt
Bis zu 30 Prozent aller Tore fallen nach ruhenden Bällen, und der direkte Freistoß ist der Teil davon, den ein einzelner Spieler mit Technik entscheiden kann. Drei Lösungen reichen: Der gezogene Ball nutzt die Lücke neben der Mauer, der Schuss darüber die Lücke oben, die Ablage den Winkel. Ohne echte Mauer und ohne Torwart trainiert man keine davon.
Quellen
- DFB: Standards trainieren – DFB (fussball.de) (Trainermedium)
- DFB-Ausbildungskonzeption: Leistungstraining (B- und A-Junioren) – DFB-Akademie (Verbands-Konzeption)
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