Fußballübung · C-Jugend bis A-Jugend
Anstoß mit Plan
Der einzige Standard, den jede Mannschaft garantiert bekommt, einmal pro Spiel und nach jedem Gegentor, und den fast niemand übt: drei Anstoßvarianten, dazu das Verhalten beim gegnerischen Anstoß mit sofortigem Anlaufen.
„Einen Anstoß hat jede Mannschaft sicher, dazu einen nach jedem Gegentor, und die verschenken die meisten. Der Ball darf seit ein paar Jahren in jede Richtung gespielt werden, auch nach hinten. Wir haben drei Pläne: sofort lang und hinterher, oder ruhig aufbauen über den Torwart, oder zweimal kurz und dann auf die andere Seite. Beim gegnerischen Anstoß laufen zwei sofort an, alle anderen schieben nach. Der Gegner hat den Ball genau drei Sekunden.“
- Ziel
- Anstöße als geplante Situation nutzen und beim gegnerischen Anstoß sofort Druck erzeugen.
- Dauer
- 10–15 Minuten
- Kinder
- 12–22
- Material
- Bälle am Mittelpunkt, Hütchen für Mittellinie und Kreis, Leibchen für zwei Mannschaften
- Platz
- großes Feld (40 × 26 m) · Rasen, Kunstrasen
- Phase
- Technik-Teil
Aufbau
- Beide Mannschaften in ihrer Spielformation, jede in der eigenen Hälfte, Ball am Mittelpunkt.
- Hütchen markieren die Mittellinie und den Kreis, falls das Feld keine Linien hat.
- Der Trainer pfeift jeden Anstoß an, danach wird zwanzig Sekunden frei weitergespielt.
Ablauf
- Variante lang: Der Ball geht sofort weit in die gegnerische Hälfte auf die Seite des schnellsten Angreifers. Die ganze Mannschaft rückt nach und presst den Befreiungsschlag.
- Variante Ballbesitz: Kurz zurück, dann über den Torwart die Seite wechseln. Ziel ist, den ersten Angriff kontrolliert aufzubauen, nicht den schnellen Ball.
- Variante Seitenwechsel: Zwei kurze Pässe in eine Richtung, dann der lange Ball auf die andere Seite, wo der Außenspieler bereits startet.
- Beim gegnerischen Anstoß: Zwei Spieler laufen sofort die Ballführenden an, die Mannschaft schiebt geschlossen nach. Zwanzig Sekunden Vollgas, dann Auswertung.
Darauf achtest du
- Die Variante wird vor dem Anpfiff angesagt, nicht in der Sekunde davor.
- Beim langen Ball zählt das gemeinsame Nachrücken. Wer stehen bleibt, macht aus dem Anstoß einen Ballverlust im Mittelfeld.
- Beim gegnerischen Anstoß Anlaufwege absprechen: Wer geht auf den Ball, wer deckt den Rückpass zum Innenverteidiger.
- Zwanzig Sekunden reichen. Danach ist es normales Spiel und der Lerneffekt vorbei.
Typische Stolpersteine
- Zu lange am Anstoß üben. Zehn Minuten alle paar Wochen genügen.
- Nur die eigene Variante trainieren und das Anlaufen beim gegnerischen Anstoß weglassen. Das ist die häufigere Situation.
- Den Torwart aus der Ballbesitzvariante herauslassen. Ohne ihn fehlt die Anspielstation und der Seitenwechsel klappt nie.
Varianten
Nur eine Variante · Leichter
Eine Variante zehnmal hintereinander, ohne Gegner. Erst wenn die Laufwege stimmen, kommt der Gegendruck dazu.
Anstoß nach Gegentor · Schwerer
Das Team stellt sich vor, es liegt in der Schlussphase zurück. Jetzt gilt nur die lange Variante mit sofortigem Pressing, und der Trainer stoppt die Zeit bis zum ersten Torabschluss.
Anstoß-Turnier · Variante
Beide Teams haben abwechselnd zehn Anstöße mit je zwanzig Sekunden. Gezählt wird, wer öfter in den gegnerischen Strafraum kommt.
Warum diese Übung wirkt
Der Anstoß ist der einzige Standard, den beide Mannschaften garantiert bekommen, und die einzige Situation, in der die Aufstellung des Gegners vollständig bekannt ist. Wer drei Varianten hat, kann den Spielstand ausnutzen. Ebenso wichtig ist die andere Richtung: Zwei Spieler, die beim gegnerischen Anstoß sofort anlaufen, erzwingen häufig einen langen Ball und damit den ersten eigenen Ballbesitz.
Quellen
- DFB: Standards trainieren – DFB (fussball.de) (Trainermedium)
- DFB-Trainingsphilosophie: Intensität und Netto-Spielzeit – DFB-Akademie (Verbands-Konzeption)
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