Fertige Einheit · C-Jugend
Stabil durch den Wachstumsschub
C-Jugend · 60 Minuten · Thema: Koordination und Kette
Die Pubertät verstellt Hebel und Körpergefühl: Koordination und Landetechnik werden gepflegt, alles mit dem eigenen Gewicht. Dann arbeitet die Viererkette, erst angesagt, dann im Spiel. Belastung dosierst du je Spieler, nicht je Gruppe.
Ablauf der Einheit
| Zeit | Trainingsteil | Übung | Dauer |
|---|---|---|---|
| 0–10 | Ankommen | Koordinationspflege im Wachstumsschub | 10 min |
| 10–20 | Schwerpunkt | Landen und Abbremsen | 10 min |
| 20–35 | Spielformen | Viererkette verschieben | 15 min |
| 35–45 | Spielformen | Kette schieben mit Ansage | 10 min |
| 45–60 | Abschlussspiel | 8 gegen 8 im Großfeld-Ausschnitt | 15 min |
Material: 8 Hütchen · 8 Leibchen · 2 Minitore · 2 große Tore · 4 Stangen · ein Ball je Kind · 2 Reifen · 8 Markierteller
Warum so aufgebaut
Im Wachstumsschub wackeln Techniken, die saßen, und Sprungserien sind tabu; darum bestehen die ersten zwanzig Minuten aus Koordination und Landetechnik ohne Tempo. Die Kettenarbeit ist der taktische Inhalt, der sich am besten dosieren lässt, weil Verschieben ohne Sprint funktioniert.
Weniger oder mehr Kinder: Unter 12: Viererkette gegen vier Angreifer ohne zweite Kette, 8 gegen 8 als 6 gegen 6. Über 16: zweite Kette rotiert, Abschluss mit Ersatz.
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Die Übungen im Einzelnen
1. Koordinationspflege im Wachstumsschub
Koordination halten und wiederaufbauen, wenn der Wachstumsschub Techniken vorübergehend wackeln lässt.
Aufbau
- Freie Fläche 20 × 20 Meter, wenige Stangen als Hindernisse.
- Jeder mit Ball.
Ablauf
- Einbeinstand mit Ballrollen unter der Sohle, Fuß wechseln.
- Dribbeln mit Rhythmuswechsel: drei Kontakte schnell, drei langsam.
- Über liegende Stangen steigen und den Ball dabei mit der Sohle mitnehmen.
- Rückwärts dribbeln mit Schulterblick, auf Signal aufdrehen.
„Ihr merkt vielleicht, dass Dinge, die vor einem Jahr saßen, gerade wackeln. Das ist normal: Der Körper wächst schneller als das Gefühl dafür. Deshalb üben wir heute langsam und genau: Gleichgewicht, Rhythmus, Ballkontrolle. Kein Tempo, Qualität zählt.“
Darauf achtest du: Individuell dosieren. Nicht alle sind im gleichen Wachstumsstadium. Rückschritte ansprechen und normalisieren, nicht bewerten. Keine Sprungserien in Wachstumsphasen; Gleichgewicht vor Explosivität.
2. Landen und Abbremsen
Umbau: Aus der Fläche werden vier Stationen: zwei Tellerlinien, zwei Reifen oder Hütchenquadrate, zwei Hütchen in fünf Metern. Vier Gruppen, Wechsel alle zwei Minuten, auf hartem Boden weniger Wiederholungen.
Landung und Abbremsen als eigene Fertigkeit schulen: die Kraftform, die im Wachstumsschub gebraucht wird.
Aufbau
- Freie Fläche von etwa 20 × 12 Metern, weicher Untergrund. Auf hartem Boden reduzierst du die Wiederholungen.
- Station 1 und 2: je eine Reihe Markierteller als flache Linie zum Überspringen.
- Station 3: zwei Reifen im Abstand von etwa einem Meter.
- Station 4: zwei Hütchen in etwa fünf Metern Abstand als Anlauf- und Stoppzone.
Ablauf
- Station 1: Beidbeinig über die Linie springen, beidbeinig landen und zwei Sekunden ruhig stehen bleiben. Sechs Sprünge.
- Station 2: Beidbeinig abspringen, auf einem Bein landen und halten. Je Bein vier Landungen, nicht mehr.
- Station 3: Aus dem Reifen heraus mit einer Vierteldrehung in den zweiten Reifen springen und die Landung halten. Vier Landungen je Drehrichtung.
- Station 4: Fünf Meter antreten, auf deinen Zuruf abstoppen und die Position halten. Vier Wiederholungen.
- Ein Durchgang je Station genügt. Insgesamt bleiben es rund zwanzig Landungen je Spieler.
„Heute geht es nicht darum, wie hoch ihr springt, sondern wie ihr wieder ankommt. Die Landung soll leise sein. Wenn man euch klatschen hört, war sie zu hart. Knie zeigen nach vorne über den Fuß, nie nach innen. Nach jeder Landung bleibt ihr zwei Sekunden stehen wie eingefroren. Und wenn im Knie oder in der Ferse etwas zwickt, sagst du das sofort und machst nur die Stoppübung.“
Darauf achtest du: Leise landen ist das beste Kriterium: Ein hörbarer Aufprall bedeutet, dass die Beine den Schwung nicht abgefangen haben. Auf die Knie schauen: Kippen sie bei der Landung nach innen, sofort abbrechen und langsamer wiederholen. Die zwei Sekunden Halten sind der eigentliche Übungsteil, nicht der Sprung davor. Keine Sprungserien und keine Wettkämpfe um Höhe oder Weite: In Wachstumsphasen belasten sie Knie und Ferse unnötig stark. Ausschließlich Eigengewicht, kein Zusatzgewicht. Und immer am Anfang der Einheit, nie im ermüdeten Zustand.
3. Viererkette verschieben
Umbau: Halbes Großfeld mit Tor und Torwart, vier Verteidiger als Kette, sechs Angreifer verteilt, davon zwei außen. Bei 16: die übrigen fünf sind zweite Kette und tauschen nach jeder dritten Verlagerung.
Als Kette denken: gemeinsam schieben, Tiefe sichern, mit Ansagen führen.
Aufbau
- Halbes Großfeld mit Tor und Torwart.
- Vier Verteidiger in Kette, sechs Angreifer verteilt, davon zwei außen.
Ablauf
- Die Angreifer lassen den Ball zunächst ohne Torabschluss laufen; die Kette verschiebt.
- Rückpass zum Aufbauspieler: Kette rückt gemeinsam heraus.
- Nach zwei Minuten dürfen die Angreifer abschließen. Jetzt zählt das Verschieben unter Ernstbedingung.
- Verteidiger nach vier Minuten tauschen.
„Ihr vier seid eine Kette. Geht der Ball nach links, schiebt ihr alle nach links; der Ballnächste greift an, die anderen sichern schräg dahinter. Kommt der Rückpass, rückt ihr gemeinsam raus. Und redet: Wer den Ball vor sich hat, sagt es an.“
Darauf achtest du: Abstände in der Kette halten, etwa 8 bis 10 Meter. Der ballnahe Verteidiger stellt, die anderen staffeln sich. Kommunikation einfordern: Ansagen sind Teil der Übung.
4. Kette schieben mit Ansage
Umbau: Gleiches Halbfeld, die Angreifer bekommen Bälle an der Mittellinie. Die Kette schiebt nur noch auf Ansage des Torwarts, die zweite Kette hört zu und übernimmt nach fünf Minuten.
Die Kette als Einheit bewegen und dabei sprechen: Abstände halten statt einzeln zum Ball rennen.
Aufbau
- Feld etwa 30 × 24 Meter, an einer Stirnseite zwei Minitore im Abstand von rund 10 Metern.
- Vier Angreifer verteilen sich an der gegenüberliegenden Seite, ein fünfter darf in die Mitte einrücken.
- Vier Verteidiger stehen als Kette etwa 10 Meter vor den Angreifern.
Ablauf
- Die Angreifer lassen den Ball ohne Gegnerdruck an ihrer Linie entlang laufen, mal schnell, mal langsam.
- Die Kette schiebt geschlossen mit: Der ballnahe Verteidiger geht heraus, die anderen rücken ein und sichern ab.
- Jeder Verteidiger sagt seine Aktion an: „Ich gehe raus", „Ich sichere", „Rausschieben".
- Nach zwei Minuten dürfen die Angreifer den Ball in die Mitte spielen und auf die Minitore durchbrechen.
- Rollen tauschen, damit jeder beide Aufgaben hat.
„Ihr vier hinten seid ein Gummiband: Wandert der Ball nach links, geht ihr alle nach links. Der Nächste am Ball geht raus, die anderen rücken nach. Und ihr sagt das laut. Wer nichts sagt, spielt allein.“
Darauf achtest du: Abstände zwischen den Verteidigern beobachten: etwa acht bis zehn Meter, nie mehr als die Feldbreite hergibt. Der ballferne Verteidiger rückt am weitesten ein, sonst entsteht hinter der Kette eine Lücke. Ansagen einfordern und loben. Wer spricht, wird gehört, auch wenn der Satz noch holprig ist. Erst ohne Druck sauber schieben lassen, dann erst den Durchbruch erlauben.
5. 8 gegen 8 im Großfeld-Ausschnitt
Umbau: Strafraum bis Strafraum, volle Breite, beide großen Tore, 3-3-1. Ansage: Die Kette redet, du nicht.
Alle mannschaftstaktischen Elemente in einer Form mit hoher Aktionsdichte.
Aufbau
- Feld etwa 60 × 45 Meter: Strafraum bis Strafraum, volle Breite.
- Zwei Teams zu je sieben Feldspielern plus Torwart, Grundordnung 3-3-1 oder 2-4-1.
Ablauf
- Freies Spiel mit Abseits.
- Bonusregel je nach Schwerpunkt: Verlagerung, Pressing-Ballgewinn oder Tor nach Flanke.
- Alle sieben Minuten kurze Auswertung mit Fragen.
„Fast das ganze Feld, aber nur acht gegen acht: Ihr habt Platz und trotzdem viel Ball. Haltet die Ordnung, redet miteinander, und wendet an, was wir vorher geübt haben. Ich halte mich raus, außer in den Pausen.“
Darauf achtest du: In den Pausen fragen, nicht anweisen: Was hat funktioniert, was nicht? Kommunikation der Spieler untereinander laut loben. Nur eine Bonusregel gleichzeitig.
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