Fertige Einheit · A-Jugend
Torwart im 1 gegen 1
A-Jugend · 90 Minuten · Thema: Torwart: Duell, Standards, Kette
Torwarttraining nah am Herrenfußball: das 1 gegen 1 gegen durchgebrochene Stürmer, die Organisation von Mauer und Kette beim Freistoß, der Raum hinter der hohen Abwehr. Am Ende das 11 gegen 11 unter Wettkampfbedingungen, in dem der Torwart hörbar führt.
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Ablauf der Einheit
| Phase | Übung | Dauer |
|---|---|---|
| Ankommen & Aufwärmen | Aktivierung mit Ball und Signal | 12 min |
| Technik-Teil | Torwart im 1 gegen 1 | 16 min |
| Technik-Teil | Freistöße verteidigen: Mauer, Torwart, Kette | 14 min |
| Spielformen | Torwart hinter der hohen Kette | 16 min |
| Abschlussspiel | 11 gegen 11 unter Wettkampfbedingungen | 32 min |
Material: 4 Stangen · 6 Markierteller · Hütchen · Bälle · 1 Tor · viele Bälle · Ein großes Tor mit Torwart · Bälle an mehreren Freistoßpunkten · Hütchen für die Abstände · Leibchen · Großes Tor · Hütchen für die Abseitslinie · 2 Tore
Trainingsplan in zwei Minuten
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Die Übungen im Einzelnen
1. Aktivierung mit Ball und Signal
Wach werden mit Ball: Koordination, Fußgelenksarbeit und der erste Kontakt in einem Durchgang.
Aufbau
- Bahn von etwa 20 Metern: vier Stangen im Abstand von zwei Metern, danach drei Markierteller im Abstand von anderthalb Metern.
- Am Ende der Bahn steht ein Zuspieler seitlich versetzt, etwa vier Meter entfernt.
- Zwei identische Bahnen nebeneinander aufbauen, wenn die Gruppe größer als zwölf ist.
Ablauf
- Ballführung mit beiden Fußflächen um die Stangen, Ball dabei nie weiter als einen Schritt weg.
- Ball am letzten Hütchen ablegen, dann die Markierteller mit einer Sprungserie überqueren: beidbeinig, einbeinig links, einbeinig rechts.
- Direkt nach der letzten Landung kommt das Zuspiel. Der Zuspieler ruft im Moment des Abspiels den Fuß, mit dem angenommen werden soll.
- Erster Kontakt in die freie Richtung, zweiter Kontakt Rückpass, dann ruhig zurücktraben. Sechs bis acht Durchgänge je Spieler.
„Das hier ist kein Auslockern, sondern euer Startknopf. Ball eng an den Stangen, sauber und ruhig auf den Sprüngen landen, und beim Zuspiel hörst du erst im letzten Moment, welcher Fuß gilt. Wer die Landung schludert, holt sich die Verletzung, nicht die Bestzeit.“
Darauf achtest du: Auf die Landung schauen: Knie über dem Fuß, Hüfte stabil, kein Einknicken nach innen. Den Fuß erst ansagen, wenn der Ball unterwegs ist – sonst ist es reines Abspulen. Tempo steigern über die Durchgänge, nicht von der ersten Wiederholung an voll. Zuspieler nach der Hälfte tauschen, damit alle beide Rollen haben.
2. Torwart im 1 gegen 1
Das 1 gegen 1 als Torwartsituation mit klarer Entscheidungslogik.
Aufbau
- Tor mit Torwart, Passgeber an der Mittellinie, Angreifer starten versetzt.
- Bälle beim Passgeber.
Ablauf
- Steckpass in den Lauf, der Angreifer geht allein auf den Torwart zu.
- Der Torwart entscheidet nach Distanz und Ballkontrolle des Angreifers: herauslaufen oder abwarten.
- Zehn Aktionen, dann Torwart tauschen. Angreifer variieren Tempo und Abschlussmoment.
„Der Stürmer kommt allein – du hast zwei Optionen. Ist der Ball weit von seinem Fuß, gehst du raus und machst den Winkel eng. Hat er ihn eng, bleibst du und reagierst. Entscheide früh, dann konsequent.“
Darauf achtest du: Herauslaufen, wenn der Ball vom Fuß ist; bleiben, wenn er eng geführt wird. Beim Herauslaufen groß machen, nicht früh fallen. Angreifer sollen variieren, damit die Entscheidung echt bleibt.
3. Freistöße verteidigen: Mauer, Torwart, Kette
Freistöße als Mannschaft verteidigen, mit fester Aufgabenverteilung vom Torwart bis zur Kette.
Aufbau
- Tor mit Torwart, drei markierte Freistoßpunkte: zentral, halblinks und halbrechts, jeweils 18 bis 22 Meter entfernt.
- Fünf Verteidiger als Mauer und Kette mit Leibchen, dazu vier Angreifer als Schützen und Abstauber.
- Hütchen markiert den Abstand von 9,15 Metern für die Mauer.
Ablauf
- Der Torwart stellt die Mauer: Er sagt die Zahl an, zentral vier, halbseitig drei, weit außen zwei oder keine, und richtet den äußeren Mann an seinem Pfosten aus.
- Der Torwart stellt sich auf die freie Seite, nicht hinter die Mauer. Er sieht den Ball, die Mauer deckt die andere Ecke.
- Die Kette hält eine Linie und rückt nach dem Abschluss geschlossen heraus. Ein Spieler bleibt am Boden hinter der Mauer, damit der flache Ball darunter nicht durchgeht.
- Nach jedem Freistoß bleibt der Ball im Spiel: Der zweite Ball wird geklärt, dann geht es sofort nach vorn. Erst dann kommt der nächste Freistoß von einem anderen Punkt.
„Der Torwart ist der Chef. Er sagt, wie viele in die Mauer gehen und wo sie steht. Wer in der Mauer steht, bleibt stehen, springt gerade nach oben und dreht sich nicht weg. Einer legt sich hinter die Mauer auf den Boden, damit kein Ball unten durchrutscht. Und wenn der Ball geklärt ist, laufen wir alle zusammen raus.“
Darauf achtest du: Der Torwart stellt die Mauer, nicht der Trainer. Er ist der Einzige, der die freie Ecke sieht. Der äußere Mauerspieler orientiert sich am Pfosten, nicht am Ball. Steht er falsch, ist die ganze Mauer falsch. Wegdrehen und Augen zu ist der häufigste Fehler. Die Mauer springt gerade hoch, Arme vor den Körper. Nach der Klärung geschlossen herausrücken. Wer stehen bleibt, hält den Gegner im Abseits nicht auf.
4. Torwart hinter der hohen Kette
Den Raum hinter der aufgerückten Kette beherrschen – Antizipation statt Linientorwart.
Aufbau
- Dreiviertelfeld: Abwehrkette auf Höhe der Mittellinie, dahinter viel freier Raum bis zum Tor.
- Angreiferpaar startet auf Steilpässe des Trainers, ein Verteidiger setzt nach.
Ablauf
- Der Trainer spielt Steilpässe unterschiedlicher Länge hinter die Kette.
- Der Torwart entscheidet: ablaufen und mit dem Fuß klären, aufnehmen, oder zurückbleiben und den Winkel verkürzen.
- Klärt er außerhalb des Strafraums, zählt nur der kontrollierte Pass zum Mitspieler als gelöst.
- Nach jeder Situation kurz begründen lassen: Warum raus, warum geblieben?
„Deine Kette spielt hoch – der halbe Platz hinter ihr gehört dir. Jeder lange Ball ist eine Frage: Kommst du zuerst hin? Dann raus und klären wie ein Feldspieler. Kommst du nicht zuerst – bleib und mach dich groß.“
Darauf achtest du: Die Startposition coachen: außerhalb des Fünfers, auf Ballhöhe mitverschieben. Die Entscheidung fällt beim Passmoment, nicht wenn der Ball fliegt – Antizipation vor Reaktion. Klärungen mit dem schwachen Fuß gezielt einbauen: Der lange Ball sucht sich die Seite nicht aus.
5. 11 gegen 11 unter Wettkampfbedingungen
Das Erlernte unter echten Bedingungen anwenden – Verantwortung liegt bei den Spielern.
Aufbau
- Großfeld, volle Regeln, ein Spieler oder Helfer pfeift.
- Jedes Team bekommt eine taktische Vorgabe, die das andere nicht kennt.
Ablauf
- Zwei Halbzeiten à 15 bis 20 Minuten.
- Der Trainer greift während des Spiels nicht ein – nur in der Halbzeit.
- Kapitäne coachen ihre Teams selbst.
- Nach dem Spiel kurze Auswertung: Wurde die Vorgabe umgesetzt?
„Das ist euer Spiel. Ihr habt eine Aufgabe, die das andere Team nicht kennt. Kapitäne, ihr führt. Ich sage während des Spiels nichts – in der Halbzeit reden wir, danach wieder ihr.“
Darauf achtest du: Wirklich schweigen. Das ist ungewohnt, aber der Sinn. In der Halbzeit fragen: Was habt ihr beobachtet? Auswertung ohne Ergebnisfokus – Umsetzung zählt.
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