Fußballübung · B-Jugend, A-Jugend
Seitlicher Freistoß: Flanke oder flach
Zwei feste Varianten für den Freistoß aus dem Halbfeld: die hohe Flanke auf den Block am zweiten Pfosten und der flache Pass in den Rücken der Abwehr für den Abnehmer, der zwischen die Kette startet.
„Zwei Freistöße, zwei Zeichen. Beim ersten fliegt der Ball hoch auf den zweiten Pfosten, einer stellt den Block, der Abnehmer kommt spät. Beim zweiten tut der Schütze so, als würde er flanken, und spielt flach in den Rücken der Abwehr. Der Starter läuft genau dann los, wenn der Ball rollt, keinen Schritt früher.“
- Ziel
- Aus dem seitlichen Freistoß zwei abrufbare Torchancen machen statt eines hohen Balls ins Ungewisse.
- Dauer
- 15–22 Minuten
- Kinder
- 10–18
- Material
- Ein großes Tor mit Torwart, Ballvorrat am Freistoßpunkt, Hütchen für die Abseitslinie, Leibchen
- Platz
- mittleres Feld (40 × 30 m) · Rasen, Kunstrasen
- Phase
- Technik-Teil
Aufbau
- Halbfeld mit Tor und Torwart. Der Freistoßpunkt liegt seitlich, etwa 25 Meter vom Tor und 8 Meter von der Seitenlinie.
- Vier Verteidiger auf Höhe des Strafraums als Kette, mit Hütchen markiert, zwei Mann in der Mauer.
- Angreifer: Schütze, Blocker, Abnehmer zweiter Pfosten, Starter für den flachen Ball, zwei Absicherungen hinter dem Ball.
Ablauf
- Variante Flanke: Der Ball kommt hoch und mit Zug auf den zweiten Pfosten. Der Blocker stellt sich vor den Verteidiger des Abnehmers, der Abnehmer startet spät von hinten nach vorn in den Ball.
- Variante flach: Der Schütze täuscht die Flanke an und spielt scharf und flach in den Raum zwischen Kette und Torwart. Der Starter läuft im Moment des Passes zwischen zwei Verteidigern hindurch und schließt direkt ab.
- Beide Varianten je acht Wiederholungen, erst ohne, dann mit Verteidigern. Die Absicherung bleibt immer stehen.
- Zum Abschluss entscheidet der Schütze selbst, was die Kette anbietet: Steht sie tief, flach; steht sie hoch, Flanke.
Darauf achtest du
- Beim flachen Ball zählt das Timing des Starters: Er darf erst laufen, wenn der Ball gespielt ist, sonst steht er im Abseits.
- Die Flanke braucht Zug zum Tor, kein Bogen nach außen. Der Abnehmer trifft den Ball im Lauf, nicht im Stand.
- Zwei Absicherungen hinter dem Ball, immer. Der Freistoß ist die häufigste Konterquelle.
- Den Torwart einbeziehen: Er entscheidet, ob er zum Ball geht oder auf der Linie bleibt, und sagt es laut.
Typische Stolpersteine
- Die flache Variante ohne Abseitslinie üben. Dann sitzt im Spiel das Timing nicht.
- Immer dieselbe Seite. Beide Seiten trainieren, mit dem passenden Fuß für den nach innen drehenden Ball.
- Zu viele Läufer im Strafraum: Mehr als vier stehen sich im Weg.
Varianten
Ohne Kette · Leichter
Erst nur Schütze, Blocker und Abnehmer, bis Flugkurve und Laufweg zusammenpassen. Die Kette kommt dazu, wenn drei von fünf Bällen das Tor treffen.
Kette rückt raus · Schwerer
Die Kette darf beim Anlauf des Schützen aufrücken. Der Starter muss die Abseitslinie lesen und die Flanke auf den Block wird zur Alternative.
Freistoß-Wettkampf · Variante
Zwei Teams schießen abwechselnd je fünf Freistöße von beiden Seiten. Tor zählt einen Punkt, Abschluss aus der Variante heraus einen halben.
Warum diese Übung wirkt
Seitliche Freistöße sind im Jugendbereich häufiger als Ecken, werden aber selten trainiert, weil sie als Glückssache gelten. Zwei Varianten mit klaren Rollen holen die Situation ins Planbare: Die Flanke auf den Block nutzt die Körpergröße, der flache Ball nutzt eine hoch stehende Kette. Wer beides kann, lässt den Gegner raten.
Quellen
- DFB: Standards trainieren – DFB (fussball.de) (Trainermedium)
- DFB-Ausbildungskonzeption: Leistungstraining (B- und A-Junioren) – DFB-Akademie (Verbands-Konzeption)
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