Fußballübung · B-Jugend, A-Jugend
Indirekter Freistoß im Strafraum
Die seltenste und ungeübteste Situation im Fußball: indirekter Freistoß aus wenigen Metern gegen eine Abwehr auf der Torlinie. Der Ball muss vor dem Schuss berührt werden, und das entscheidet alles.
„Der Ball muss einmal angetippt werden, bevor geschossen wird, sonst zählt das Tor nicht. Einer tippt an, der Nächste haut ihn flach in die Ecke. Das muss schnell gehen, weil die Abwehr genau dann losläuft. Übt es zweimal im Jahr, und wenn es im Spiel passiert, wisst ihr genau, wer antippt und wer schießt.“
- Ziel
- Eine Situation vorbereiten, die zweimal im Jahr vorkommt und dann sofort ein Tor bedeutet oder nicht.
- Dauer
- 8–12 Minuten
- Kinder
- 8–18
- Material
- Ein großes Tor mit Torwart, Bälle, Leibchen für die Abwehrreihe
- Platz
- kleines Feld (30 × 20 m) · Rasen, Kunstrasen, Halle
- Phase
- Technik-Teil
Aufbau
- Tor mit Torwart, Ball auf etwa acht Metern zentral vor dem Tor.
- Sechs bis acht Verteidiger stellen sich auf die Torlinie zwischen die Pfosten. Der Torwart steht mit auf der Linie, meist mittig, und sagt an, wer welchen Teil des Tores deckt.
- Zwei Angreifer am Ball, die übrigen warten seitlich und rotieren nach jedem Versuch durch.
Ablauf
- Der erste Spieler berührt den Ball seitlich an, sodass er einen halben Meter frei liegt. Er darf ihn nicht selbst weiterspielen.
- Der zweite Spieler schießt sofort, hart und flach in eine der beiden unteren Ecken. Warten heißt, dass die Abwehr herausläuft.
- Die Verteidiger und der Torwart starten von der Linie erst, wenn der Ball berührt ist, und laufen dann heraus. So entsteht der echte Zeitdruck.
- Nach acht Versuchen Seiten und Rollen tauschen. Anschließend derselbe Ablauf halbrechts und halblinks, wo der Winkel enger wird.
Darauf achtest du
- Die Rollen vorher festlegen: Wer tippt an, wer schießt. Im Spiel bleibt dafür keine Zeit.
- Flach schießen. Über der Mauer aus Menschen ist bei acht Metern kein Platz.
- Die Antippe kurz und seitlich, nicht nach vorn. Der Schütze braucht den freien Winkel, nicht die Distanz.
- Der Torwart steht auf der Linie und organisiert sie, er stellt sich nicht davor. Vor der Linie hätte er keine Reaktionszeit und nähme seinen Leuten die Sicht.
Typische Stolpersteine
- Zu lange üben. Zehn Minuten im Jahr reichen für diese Situation, mehr Zeit gehört den häufigen Standards.
- Den Ball direkt schießen. Das Tor zählt dann nicht, und genau das passiert im Spiel unter Aufregung.
Varianten
Ohne Abwehrreihe · Leichter
Nur Torwart auf der Linie. Erst die Abfolge aus Antippen und Schuss sauber machen, dann die Menschenmauer dazustellen.
Volle Linie · Schwerer
Alle zehn Feldspieler auf der Torlinie, wie im Ernstfall. Jetzt hilft nur der harte, flache Ball in die Ecke.
Seitlicher Winkel · Variante
Der Ball liegt halbrechts oder halblinks im Strafraum. Der Antipper legt quer, damit der Schütze den Winkel öffnet.
Warum diese Übung wirkt
Der indirekte Freistoß im Strafraum kommt selten vor, etwa nach einem Rückpass in die Hand des Torwarts, und er entscheidet dann fast immer sofort. Zehn Minuten Vorbereitung im ganzen Jahr genügen, damit die Mannschaft weiß, wer antippt und wer schießt. Ohne diese Absprache steht ein ganzes Team ratlos vor der Situation, während der Gegner die Torlinie füllt.
Quellen
- DFB: Standards trainieren – DFB (fussball.de) (Trainermedium)
- DFB-Ausbildungskonzeption: Leistungstraining (B- und A-Junioren) – DFB-Akademie (Verbands-Konzeption)
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