Regeln spielend lernen
Ein normales Kleinfeldspiel, in dem du bewusst häufig unterbrichst – aber statt zu erklären, fragst du die Kinder, wie es weitergeht.
- Ziel
- Grundregeln verstehen, statt sie nur vorgesagt zu bekommen.
- Dauer
- 10–15 Minuten
- Kinder
- 6–18
- Material
- 2 bis 4 Minitore, 8 Hütchen, Bälle, Leibchen
- Platz
- mittleres Feld (24 × 16 m) · Halle, Rasen, Kunstrasen, Asche
- Phase
- Spielformen
Aufbau
- Feld von etwa 24 x 16 Metern mit klar markierten Linien.
- Zwei Teams zu je drei bis vier Kindern.
- Vorab überlegen, welche drei Regeln heute Thema sind.
Ablauf
- Normales Spiel auf die Minitore.
- Bei jeder Regelsituation kurz stoppen und fragen: "Was passiert jetzt?"
- Die Kinder antworten lassen – erst wenn niemand es weiß, gibst du die Antwort.
- Höchstens drei Regeln pro Einheit: etwa Ball im Aus, Hand, Anstoß nach einem Tor.
- Nach zehn Minuten ohne Unterbrechungen weiterspielen.
So erklärst du es den Kindern
„Wir spielen ganz normal. Aber immer wenn etwas passiert – Ball ist draußen, jemand nimmt die Hand – halte ich kurz an und frage euch, wie es weitergeht. Ihr sagt mir die Regel, nicht ich euch!"
Darauf achtest du
- Fragen statt erklären. Selbst gefundene Antworten bleiben deutlich besser hängen.
- Höchstens drei Regeln pro Einheit, sonst wird es zur Regelkunde statt zum Spiel.
- Die letzten Minuten bewusst ohne Unterbrechung spielen lassen.
- Falsche Antworten freundlich aufnehmen – niemanden bloßstellen.
Typische Stolpersteine
- Zu oft unterbrechen. Nach etwa acht Stopps kippt die Stimmung.
- Alle Regeln auf einmal behandeln wollen.
- Abseits erklären – das gibt es in diesen Altersklassen ohnehin nicht.
Varianten
Kinder pfeifen · Schwerer
Ein Kind übernimmt die Schiedsrichterrolle. Sehr lehrreich und meist begehrt.
Regelquiz vorher · Variante
Vor dem Spiel drei kurze Fragen stellen, danach im Spiel darauf achten.
Nur eine Regel · Leichter
Nur eine einzige Regel thematisieren, etwa den Einwurf beziehungsweise das Einrollen.
Warum diese Übung wirkt
Regelunsicherheit sorgt im Spiel für Verwirrung und Frust, wird aber selten trainiert. Die Frageform nutzt, dass Kinder Regeln über eigene Schlussfolgerungen deutlich besser behalten als über Ansagen – und das Spiel bleibt dabei der Rahmen.
Quellen
- Altersgemäße Aufmerksamkeitsspanne – DFB (training-service.fussball.de) (Trainermedium)
- DFB-Kinderfußball-Reform – DFB, 2024 (Verbands-Konzeption)
Trainingsplan in zwei Minuten
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