Wellenspiel mit fliegendem Wechsel
3 gegen 3 auf zwei Tore mit Torhütern, aber nur 45 Sekunden am Stück: Auf Zuruf läuft die nächste Welle ein, der neue Ball kommt sofort von dir. Jeder Spieler kommt auf zehn bis vierzehn kurze Einsätze.
- Ziel
- Ausdauer über viele sehr kurze Belastungsspitzen mit Ball entwickeln – das Belastungsmuster eines echten Spiels.
- Dauer
- 14–20 Minuten
- Kinder
- 12–24
- Material
- 2 Tore mit Torhütern, Hütchen, mindestens 8 Bälle bei dir, Leibchen
- Platz
- mittleres Feld (40 × 28 m) · Rasen, Kunstrasen
- Phase
- Spielformen
Aufbau
- Feld von etwa 40 × 28 Metern mit einem großen Tor an jeder Stirnseite, je ein Torwart.
- Jede Mannschaft bildet Wellen zu je drei Spielern und stellt sich an ihrer Seitenlinie auf.
- Du stehst mit einem Ballvorrat an der Mittellinie außerhalb des Feldes.
Ablauf
- 3 gegen 3 mit vollem Tempo, Abschlüsse auf beide Tore.
- Nach 45 Sekunden rufst du "Wechsel". Die sechs Spieler verlassen das Feld auf kürzestem Weg, die nächsten Wellen laufen ein.
- Du bringst sofort einen neuen Ball ins Spiel – der alte bleibt liegen und wird später eingesammelt.
- Wer draußen ist, geht locker weiter, trinkt und stellt sich hinten an. Bei drei Wellen je Mannschaft ergibt das etwa 90 Sekunden Pause.
- Zwölf bis sechzehn Wellen insgesamt, Torhüter nach der Hälfte tauschen.
So erklärst du es den Kindern
„Ihr habt 45 Sekunden – und genau in denen gebt ihr alles. Kein Abwarten, kein Zurücktraben, in diesen 45 Sekunden ist immer Vollgas. Wenn ich "Wechsel" rufe, seid ihr sofort raus und die Nächsten sofort rein, der neue Ball ist schon unterwegs. Draußen bleibt ihr in Bewegung und trinkt, dann seid ihr in eineinhalb Minuten wieder dran."
Darauf achtest du
- Der Wechsel muss schnell gehen. Jede verlorene Sekunde nimmt der Belastung ihre Wirkung.
- Bälle vorher bereitlegen und selbst einwerfen – Ballholen zerstört den Rhythmus.
- Intensität einfordern statt Laufwege vorgeben: Der Reiz kommt aus dem Zweikampf und dem Umschalten.
- Individuell dosieren: Wer im Wachstumsschub steckt oder über Beschwerden klagt, lässt jede zweite Welle aus.
- Pausenzeit nicht verkürzen, sonst sinkt die Intensität in der nächsten Welle spürbar.
Typische Stolpersteine
- Zu langsamer Wechsel, dadurch stehen alle und die Belastung bricht weg.
- Zu großes Feld: Dann laufen die Spieler nur noch, statt in Aktionen zu gehen.
- Zu lange Einsätze – ab etwa einer Minute sinkt das Tempo und die Form verliert ihren Zweck.
- Wartende stehen herum statt locker weiterzugehen, danach fällt der Wiedereinstieg schwer.
Varianten
Längere Wellen · Leichter
Einsätze von 60 Sekunden bei gleicher Pausenzeit – etwas geringeres Tempo, dafür weniger Wechselstress.
Wechsel auf Zuruf ohne feste Zeit · Schwerer
Du rufst zwischen 30 und 60 Sekunden unregelmäßig – niemand kann sich die Belastung einteilen.
Vier Wellen je Mannschaft · Mehr Kinder
Bei großer Gruppe eine vierte Welle einreihen. Die Pause wird länger, die Intensität je Einsatz steigt.
Auf vier Minitore · Variante
Ohne Torhüter auf vier Minitore. Die Wege werden kürzer, die Zahl der Abschlüsse steigt deutlich.
Warum diese Übung wirkt
Ein Spiel besteht aus vielen sehr kurzen Belastungsspitzen mit unvollständigen Pausen, nicht aus gleichmäßigem Laufen. Kurze Wellen mit Ball treffen dieses Muster genauer als längere Intervalle und liefern nebenbei Zweikämpfe, Abschlüsse und Umschaltmomente. Für die C-Jugend ist die Form besonders passend, weil die Belastbarkeit im Wachstumsschub stark schwankt: Eine einzelne Welle lässt sich ohne Aufsehen auslassen, eine lange Belastung nicht.
Quellen
- DFB-Trainingsphilosophie: Intensität und Netto-Spielzeit – DFB-Akademie (Verbands-Konzeption)
- C-Junioren: Kombinationsspiel und Pubertät – DFB (training-service.fussball.de) (Trainermedium)
Trainingsplan in zwei Minuten
Der Nachwuchscoach baut aus 259 Übungen die passende Einheit für deine Altersklasse – mit Timer für den Platz.
Übung in der App öffnenOhne Anmeldung nutzbar · keine Werbung