Annahme mit Rücken zum Gegner
Zuspiel in den Rücken eines Verteidigers. Der Empfänger muss vor der Annahme schauen und entscheiden: aufdrehen oder prallen lassen.
- Ziel
- Die Annahme unter echtem Gegnerdruck – Technik wird hier erst zur Fähigkeit.
- Dauer
- 10–15 Minuten
- Kinder
- 6–18
- Material
- 6 Hütchen je Station, Bälle, Leibchen
- Platz
- kleines Feld (18 × 12 m) · Rasen, Kunstrasen, Halle
- Phase
- Technik-Teil
Aufbau
- Je Station: Passgeber, Empfänger mit dem Rücken zu einem Verteidiger, zwei Zieltore hinter dem Verteidiger.
- Abstand Passgeber–Empfänger etwa 10 Meter, Verteidiger direkt hinter dem Empfänger.
Ablauf
- Der Passgeber spielt scharf in den Fuß.
- Der Empfänger schaut vor der Annahme über die Schulter: Steht der Verteidiger eng, prallt er zurück; steht er weit, dreht er auf und dribbelt durch ein Tor.
- Der Verteidiger variiert selbst – mal eng, mal auf Abstand.
- Nach sechs Aktionen rotieren die Rollen.
So erklärst du es den Kindern
„Du bekommst den Ball mit dem Rücken zum Gegner. Bevor er kommt: einmal über die Schulter schauen. Ist der Gegner dran, spielst du zurück. Hat er Abstand, drehst du auf und gehst durch. Erst schauen, dann entscheiden."
Darauf achtest du
- Der Schulterblick vor dem Pass ist der Kern – nicht während der Annahme.
- Beim Aufdrehen den Ball mit dem gegnerfernen Fuß mitnehmen und den Körper dazwischenbringen.
- Verteidiger anhalten, wirklich zu variieren, sonst wird die Entscheidung auswendig gelernt.
Typische Stolpersteine
- Verteidiger nur passiv: dann fehlt der Druck, der die Übung ausmacht.
- Zu weiche Zuspiele erleichtern die Annahme unrealistisch.
Varianten
Mit Abschluss · Variante
Statt Zieltoren ein Tor mit Torwart, Aufdrehen führt zum Abschluss.
Zwei Verteidiger · Schwerer
Der zweite deckt den Passgeber – Prallen wird schwerer, Aufdrehen häufiger nötig.
Verdeckter Druck · Schwerer
Der Verteidiger entscheidet heimlich vor jedem Ball: eng, halb oder gar nicht – nur der Schulterblick verrät es.
Warum diese Übung wirkt
Im Aufbautraining wird Technik nicht mehr isoliert, sondern unter Zeit- und Gegnerdruck geübt. Die Annahme mit Rücken zum Gegner ist die häufigste Drucksituation im Spiel – und die Entscheidung prallen oder aufdrehen ist genau die, die im 9:9 über Ballbesitz entscheidet.
Quellen
- DFB-Ausbildungskonzeption: Aufbautraining (D- und C-Junioren) – DFB (training-service.fussball.de) (Verbands-Konzeption)
- D-Junioren: Ende des goldenen Lernalters – DFB (training-service.fussball.de) (Trainermedium)
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