Ecke mit Nachsetzen
Eine Ecke wird ausgeführt, danach läuft das Spiel im Strafraum 20 Sekunden weiter. Angreifer besetzen kurzen und langen Pfosten, Verteidiger klären und kontern.
- Ziel
- Die Ecke als geübte Situation begreifen – feste Laufwege, klare Aufgaben, und danach sofort weiterspielen.
- Dauer
- 12–18 Minuten
- Kinder
- 10–18
- Material
- 1 großes Tor mit Torwart, 6 Hütchen, viele Bälle, Leibchen
- Platz
- mittleres Feld (32 × 26 m) · Rasen, Kunstrasen
- Phase
- Spielformen
Aufbau
- Ein Tor mit Torwart, davor ein Strafraum aus Hütchen von etwa 9 × 14 Metern.
- Fünf Angreifer, vier Verteidiger, ein Eckenschütze an der Eckfahne.
- Ein Angreifer bleibt als Absicherung 15 Meter vor dem Strafraum stehen.
Ablauf
- Vor der Ecke sagen die Angreifer kurz an, wer kurz und wer lang läuft – laut und für alle hörbar.
- Die Ecke wird flach oder halbhoch getreten, hohe Bälle in die Mitte sind hier nicht das Ziel.
- Nach der Hereingabe läuft das Spiel 20 Sekunden frei weiter: nachsetzen, zweiter Ball, Abschluss.
- Klären die Verteidiger, dürfen sie den Ball über die Mittellinie dribbeln – das gibt ihnen einen Punkt.
- Nach fünf Ecken Aufgaben tauschen, Eckenschütze und Torwart rotieren.
So erklärst du es den Kindern
„Vor jeder Ecke sagt ihr an, wer kurz an den ersten Pfosten geht und wer hinten lang steht. Der Ball kommt flach oder halbhoch – nicht hoch in den Haufen. Nach der Hereingabe wird weitergespielt: Der zweite Ball ist oft der wichtigste, also nicht stehen bleiben."
Darauf achtest du
- Feste Aufgaben vergeben: kurzer Pfosten, langer Pfosten, Strafraumrand, Absicherung.
- Flache und halbhohe Hereingaben belohnen – die sind in diesem Alter verwertbar, hohe Bälle selten.
- Der zweite Ball gehört zur Ecke: Nachsetzen ausdrücklich einfordern.
- Beide Seiten treten lassen, damit auch der schwache Fuß eine Ecke schlägt.
Typische Stolpersteine
- Nur die Hereingabe üben und danach abpfeifen – dann fehlt genau der Teil, aus dem die meisten Tore fallen.
- Kopfbälle nach harten Ecken erzwingen. Wer köpfen will, darf, aber niemand muss.
- Zu viele Angreifer im Strafraum: es wird eng und unübersichtlich, Laufwege sind nicht mehr erkennbar.
Varianten
Kurze Ecke · Variante
Ein Angreifer bietet sich an der Eckfahne an, gespielt wird kurz. Danach Hereingabe aus verbesserter Position.
Ohne Verteidiger · Leichter
Erst nur Laufwege und Hereingabe gegen den Torwart, Verteidiger kommen später dazu.
Konter zählt doppelt · Schwerer
Klären die Verteidiger und kommen über die Mittellinie, gibt es zwei Punkte – die Absicherung wird wichtiger.
Warum diese Übung wirkt
Standards sind der einzige Teil des Spiels, den eine Mannschaft vollständig planen kann, und im 9:9 fällt ein spürbarer Teil der Tore danach. Eine Ecke mit 20 Sekunden Nachspielzeit trainiert die Situation so, wie sie im Spiel vorkommt: Hereingabe, zweiter Ball, Umschalten. Gleichzeitig zwingt die Absprache vorher zu Ansagen.
Quellen
- D-Junioren: Ende des goldenen Lernalters – DFB (training-service.fussball.de) (Trainermedium)
- DFB-Ausbildungskonzeption: Aufbautraining (D- und C-Junioren) – DFB (training-service.fussball.de) (Verbands-Konzeption)
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