Kopfball: klären und abschließen
Zwei kurze Stationen: der Abwehrkopfball weit und hoch aus dem Stand und aus dem Anlauf, danach der Kopfball auf das Tor nach flachem Zuwurf – mit streng begrenzter Wiederholungszahl.
- Ziel
- Die beiden Kopfballformen des Spiels sauber trennen: hinten weit und hoch, vorne nach unten.
- Dauer
- 8–12 Minuten
- Kinder
- 6–16
- Material
- 1 Tor mit Torwart, 6 Hütchen, mehrere Bälle, Leibchen
- Platz
- mittleres Feld (30 × 20 m) · Rasen, Kunstrasen
- Phase
- Technik-Teil
Aufbau
- Station 1 abseits des Tores: Paare mit etwa 4 Metern Abstand, jeweils ein Ball.
- Station 2 vor dem Tor: ein Zuwerfer seitlich, ein Angreifer und ein passiver Verteidiger etwa 8 Meter vor dem Tor.
- Bälle nicht zu hart aufpumpen.
Ablauf
- Station 1: Der Partner wirft hoch an, der Kopfball geht weit, hoch und zur Seite zurück – erst aus dem Stand, dann aus zwei Schritten Anlauf.
- Station 2: Zuwurf halbhoch, der Angreifer köpft nach unten in Richtung Torecke, der Verteidiger stört zunächst nur mit dem Körper.
- Höchstens zehn bis zwölf Kopfbälle je Spieler und Einheit, danach wird gewechselt.
- Wer an diesem Tag nicht köpfen möchte, übernimmt das Zuwerfen – ohne Diskussion.
So erklärst du es den Kindern
„Hinten und vorne sind zwei verschiedene Kopfbälle. Hinten klärst du: weit, hoch und zur Seite, nie in die Mitte zurück. Vorne willst du den Ball nach unten drücken, weil ein Torwart einen flachen Kopfball schlechter hält. Augen bleiben offen, du triffst mit der Stirn, und die Bewegung kommt aus dem Rumpf, nicht aus dem Nacken."
Darauf achtest du
- Stirn als Treffpunkt, Augen offen, Nacken fest – die Bewegung kommt aus Hüfte und Rumpf.
- Anzahl streng begrenzen und mitzählen. Kopfball ist eine Belastung, keine Fleißaufgabe.
- Beim Abwehrkopfball die Richtung mit abfragen: weit, hoch, zur Seite.
- Niemanden zum Kopfball drängen – im Wachstumsschub schwankt die Belastbarkeit stark.
Typische Stolpersteine
- Kopfballserien oder Kopfball als Wettbewerb – genau das gehört nicht in diese Altersklasse.
- Harte Flanken aus großer Distanz statt kontrollierter Zuwürfe.
- Den Abwehrkopfball und den Torkopfball in einer Übung vermischen, dann bleibt die Richtung unklar.
Varianten
Mit Absprung · Schwerer
Der Kopfball wird aus dem einbeinigen Absprung geköpft. Nur für Spieler ohne akute Wachstumsbeschwerden und mit wenigen Wiederholungen.
Nur Ballkontakt · Leichter
Ball selbst hochwerfen und mit der Stirn nur berühren – für alle, die noch unsicher sind.
Kopfball-Duell · Variante
Zwei Spieler gehen gemeinsam zum Zuwurf, der Verteidiger darf jetzt aktiv um die Position kämpfen.
Warum diese Übung wirkt
Ab der D-Jugend wird der Kopfball vorsichtig eingeführt, in der C-Jugend kommt die Anwendung dazu: klären und abschließen. Die Trennung der beiden Richtungen ist der eigentliche Lerninhalt – sie entscheidet über Gegentore nach Standards ebenso wie über Tore nach Flanken. Die geringe Wiederholungszahl bleibt Pflicht, weil die Belastung für Kopf und Nacken in dieser Altersklasse nicht harmlos ist.
Quellen
- C-Junioren: Kombinationsspiel und Pubertät – DFB (training-service.fussball.de) (Trainermedium)
- DFB-Ausbildungskonzeption: Aufbautraining (D- und C-Junioren) – DFB (training-service.fussball.de) (Verbands-Konzeption)
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